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Marker Wadden im Herbst: die letzten Fährwochen zu den Inseln hinter dem Houtribdijk

Bis zum letzten Fährwochenende am 31. Oktober und 1. November fährt die Fähre noch von Lelystad nach Marker Wadden. Warum es die Inseln gibt, was der Deich daneben damit zu tun hat und welche Vögel Sie dort im Herbst sehen.

Redaktion Holland Magazine (Niederländisch) ·

Ein hölzerner Bohlensteg auf Pfählen schlängelt sich zwischen Schilf und blühenden Pflanzen über offenes Wasser; in der Ferne niedrige Dünen.
Bohlensteg auf Marker Wadden, 1. August 2022. Archivfoto aus dem Sommer. Foto: DimiTalen, CC0. Bildnachweis

Wer in diesem Jahr noch nach Marker Wadden möchte, sollte nicht zu lange warten. Das letzte Fährwochenende der Saison ist am 31. Oktober und 1. November, schreibt Natuurmonumenten, die Naturschutzorganisation, die die Inseln verwaltet. Dann geben Janna, 3 Violas und Ruben Hein akustische Konzerte im Inselpavillon. Die Fährsaison reicht von Ende März bis Anfang November; laut Fahrplan legt die Fähre im Bataviahaven in Lelystad um 10.00 Uhr ab, zurück um 14.00 Uhr, und um 13.00 Uhr, zurück um 17.00 Uhr. Die Überfahrt dauert etwa eine Dreiviertelstunde, und Sie haben gut drei Stunden auf der Insel.

Inseln aus Schlick

Marker Wadden ist eine Gruppe von Naturinseln mitten im Markermeer, aufgebaut aus Sand, Ton und Schlick, der aus dem See selbst stammt. Natuurmonumenten baute sie zusammen mit Rijkswaterstaat und Boskalis zwischen 2016 und 2021. Das Projekt soll die Natur des Markermeers wiederherstellen. Laut Natuurmonumenten machte der Deich zwischen Enkhuizen und Lelystad aus dem Markermeer einen stehenden See: Die natürliche Bewegung fiel weg und mit ihr viel Leben im und am Wasser. Der Schlick kam nicht mehr zur Ruhe. Hinter den Inseln, im Windschatten, kann er wieder zu Boden sinken. Dort wird das Wasser klar, wovon Pflanzen, Fische und Vögel profitieren.

Mit so viel Schlick zu bauen war neu, und das merkt man. Natuurmonumenten meldete im Februar, dass Stürme zusammen mit Hochwasser in den letzten Jahren Ufer und Strände beschädigt hätten. Außerdem sei der eingespülte Schlick an einigen Stellen im Sumpf weiter oder schneller abgesackt als gedacht. In dieser Meldung vom 23. Februar hieß es, Boskalis sei in jenem Winter dabei, neuen Sand auf die Strände zu spülen und Sumpfgebiete mit Schlick aufzuhöhen; laut Planung sollten die Arbeiten im März abgeschlossen sein.

Der Deich ohne Polder

Der Deich am Horizont ist der Houtribdijk, auch Markerwaarddijk genannt: ein 26 Kilometer langer Damm zwischen Lelystad und Enkhuizen. Er wurde laut Rijkswaterstaat, der staatlichen Wasserbehörde, zwischen 1963 und 1976 gebaut, von zwei Seiten zugleich, bis am 4. September 1975 die letzte Lücke geschlossen wurde. So entstand das Markermeer. Der Deich war als Rand eines neuen Polders gedacht, der Markerwaard. Laut Rijkswaterstaat kam dieser Polder nie zustande, weil er sich nachteilig auf die umgebende Natur ausgewirkt hätte. Weil er auf beiden Seiten Wasser hat, ist er technisch gesehen ein Damm.

Ein Aussichtsturm aus grauem Holz auf schrägen Stützen mit rostbraunem Kopf und großem Fenster auf einer Düne mit Strandhafer; darüber fliegt ein Seevogel.
Der Aussichtsturm auf Marker Wadden, 1. August 2022. Archivfoto. Foto: DimiTalen, CC0. Bildnachweis

Über den Damm führt die N307. Ab dem 21. Oktober dürfen dort keine Fahrzeuge mehr fahren, die schwerer als 15 Tonnen sind oder mehr als 7,3 Tonnen auf einer Achse haben. Die beweglichen Brücken an den Houtribsluizen bei Lelystad weisen Risse in Teilen der Stahlkonstruktion auf, und die festen Brücken sind veraltet, teilt Rijkswaterstaat mit. Pkw, Rettungsdienste und Lieferwagen können die Strecke weiter nutzen. Rijkswaterstaat rechnet damit, dass die Maßnahme jahrelang gelten kann.

Hauptverkehrszeit für Vögel

Im Herbst ist auf Marker Wadden laut Natuurmonumenten „echte Rushhour“. Während die letzten Blaukehlchen nach Süden ziehen, lassen sich Zugvögel aus Skandinavien nieder, darunter Rotdrosseln, Singdrosseln und Wacholderdrosseln; manche bleiben nur einen Tag, um aufzutanken. Bartmeisen sehen Sie mit guten Chancen, denn sie verbringen den Winter in den Niederlanden. Mit etwas Glück sind auch schon Schneeammern da, die ersten Wintergäste aus dem Norden. Vom Beobachtungsstand Lepelaar in 3,5 Metern Höhe sehen Sie die Vögel, die im Frühjahr und Herbst zur Nahrungssuche auf der Insel landen.

Der Löffler selbst brütet seit diesem Jahr ebenfalls hier. Im Juni meldete Natuurmonumenten, dass auf Drohnenbildern mindestens drei Nester am Boden zu sehen waren, zwischen den Großmöwen. Vor allem im Spätsommer können sich laut Natuurmonumenten mehr als hundert Löffler auf den Inseln aufhalten.

Zwei Routen zeigen die Insel: die Kustroute von etwa 7 Kilometern entlang des äußeren Rands und die Vogelvluchtroute von gut 3 Kilometern an den Schlickflächen entlang. Der Aussichtsturm De Steltloper ist der höchste Punkt; bei klarem Wetter sehen Sie laut Natuurmonumenten bis Enkhuizen und Almere.

Praktische Informationen & nützliche Links

  • Fähre: Abfahrt Bataviahaven 1, Lelystad. Hin und zurück 29,50 €; Mitglieder von Natuurmonumenten 20,50 €; Kinder von 4 bis 12 Jahren 12,75 €; bis einschließlich 3 Jahre frei. Tickets vorab online, für eine feste Hin- und Rückfahrt. Hunde dürfen nicht mit auf die Fähre. Siehe Boot nach Marker Wadden (auf Niederländisch).
  • Exkursion: zum Ticket buchbar, 1,5 Stunden, 10 € pro Person (Mitglieder 7 €).
  • Inselpavillon: von April bis Oktober täglich geöffnet, ungefähr von 11.00 bis 17.00 Uhr. Auf der Insel zahlen Sie nur mit Bank- oder Kreditkarte.
  • Vögel nach Jahreszeit: Vogelbeobachtung auf Marker Wadden (auf Niederländisch).
  • Houtribdijk und N307: Rijkswaterstaat zur Gewichtsbeschränkung (auf Niederländisch).

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