Gelderland · Museen & Kulturerbe
Huis Bergh wieder geöffnet: Ab Samstag, 10. Oktober, wird im Burgkeller auch samstags gemünzt
König Willem-Alexander eröffnete die Burg in ’s-Heerenberg am 17. September wieder, indem er eine Münze prägte. Was die Restaurierung verändert hat, warum die Berghsche Münze keinen guten Ruf hatte und was Sie dort heute sehen.

Am 17. September 2026 eröffnete König Willem-Alexander die Burg Huis Bergh in ’s-Heerenberg wieder. Er tat dies mit einer historischen Spindelpresse: Der König prägte eine Münze, teilt das Königshaus mit. Laut der Stiftung Huis Bergh erinnert das Motiv an das Jahr 1556, in dem Graf Willem IV. van den Bergh Maria von Nassau heiratete. Sie war eine Schwester Wilhelms von Oranien und lebte auf der Burg, so das Königshaus.
Samstag, 10. Oktober, ist der erste Samstag, an dem vorgeführt wird, wie eine Münze geprägt wird, um 13.00 und 14.30 Uhr, im Keller des Donjons, des großen quadratischen Turms. Die Münzseite der Burg nennt den Sonntag als festen Vorführungstag, das ganze Jahr über; neu ist der Samstag. Bis zur Wiedereröffnung am 17. September war die Burg ohnehin geschlossen. Die Vorführungen sind im Eintrittspreis enthalten. Wer selbst eine Münze prägen möchte, zahlt 4,00 € für Messing, 5,00 € für Zinn oder 12,50 € für Silber.
Was die Restaurierung verändert hat
Die Burg musste schließen, weil sich das Fundament gesenkt hatte, schreibt die Stiftung. Gearbeitet wurde von 2023 bis 2026. Unter dem Gebäude wurde das Fundament stabiler gemacht, und der Keller sieht wieder aus wie im Mittelalter. Das Königshaus nannte außerdem Asbestsanierung, Nachhaltigkeit, eine neue Einrichtung und bessere Zugänglichkeit als Gründe für die Restaurierung. Für Letzteres kam ein neuer Aufzug hinzu. Mit ihrem Nachhaltigkeitsplan will die Stiftung 70 Prozent weniger Gas verbrauchen; dafür gibt es unter anderem eine Fußbodenheizung im Keller und eine Dämmung aus recycelten Jeans. Besucher kommen jetzt durch einen neuen Eingang und finden vier neue Säle, mit mehr Raum für die Geschichten der Bewohner und der Stadt.
Eine Burg und ihre Stadt
Laut der Stiftung reicht die Burg bis etwa 1100 zurück, als Constantinus, genannt de Monte (lateinisch für „van den Bergh“), sie errichten lassen haben soll. Im Sumpf lag eine Insel, auf der ein künstlicher Hügel angelegt wurde, eine Motte; darauf kam ein runder Turm aus Tuffstein. In einer Mauer der Hauptburg sind davon noch Reste zu sehen. Willem I. van den Bergh verlieh ’s-Heerenberg 1379 die Stadtrechte. Die Stiftung nennt Huis Bergh die einzige erhaltene Burg der Niederlande innerhalb der alten Befestigung einer Stadt.

1572 führte Graf Willem IV. van den Bergh einen Feldzug entlang der IJssel. Dadurch wurde seine Burg in den Krieg hineingezogen und schwer beschädigt; um 1600 begann man mit der Wiederherstellung. Ein Brand zerstörte die Hauptburg 1735 vollständig. Jan Herman van Heek, Textilindustrieller und Kunstsammler, kaufte die Burg 1912 vom Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Als die Hauptburg 1939 erneut ausbrannte, halfen Bewohner von ’s-Heerenberg, einen großen Teil der Kunst zu retten. Van Heek brachte Burg, Sammlung und Landgut 1946 in die Stichting Huis Bergh ein.
Dreimal sehen und erleben
Die Münze und ihr Münzmeister. Das Recht, Münzen zu prägen, erhielten die Herren van den Bergh Anfang des 14. Jahrhunderts vom Bischof von Köln. Das Munthuis, wo das geschah, steht noch immer direkt gegenüber der Burg. 1582 schloss die Münzstätte in ’s-Heerenberg. In der Burg hängt ein frisch restauriertes Gemälde des Münzmeisters Clemens van Eembrugge, zusammen mit seinen Gesellen. 1577 arbeitete er für Graf Willem IV., stand aber binnen eines Jahres schon wieder auf der Straße. Die Stiftung schreibt, dass die Berghsche Münze viele Münzen mit zu wenig Edelmetall prägte, sogenannte Hagemunten, also minderwertige Münzen.
Ein Porträt, das spricht. In der großen Halle begrüßt ein Porträt von Jan Herman van Heek die Besucher. Künstliche Intelligenz lässt es mit Van Heeks echter Stimme sprechen, erhalten auf einer Schallplatte aus den 1950er-Jahren. Auch die Urkunde der Heirat zwischen Willem IV. und Maria von Nassau, das Original, ist jetzt öffentlich zu sehen. Dank einer Zusammenarbeit mit dem Stadsmuseum erhält die Stadtgeschichte mehr Raum, unter anderem in einer 7 mal 3 Meter großen Zeichnung an der Wand, die der Zeichner Jan Rothuizen bei der Eröffnung erläuterte.
Die Stadt zu Fuß. Jeden Sonntag um 11.30 Uhr beginnt in der Vorburg, am touristischen Informationspunkt, ein historischer Stadtrundgang mit Führung von etwa 90 Minuten, für 5,00 € pro Person. Die Route führt über die alten Wälle, vorbei an dem, was die Stiftung den ältesten dokumentierten Garten der Niederlande nennt, und an der Kaatsbaan, dem Platz für das traditionelle Ballspiel.
Praktische Informationen & nützliche Links
- Öffnungszeiten September und Oktober 2026: Dienstag bis Sonntag 11.00–16.00 Uhr, montags geschlossen. Für November und Dezember gelten andere Zeiten. Siehe huisbergh.nl.
- Eintritt: Erwachsene 16,50 €, Kinder von 4 bis 18 Jahren 9,50 €, Kinder unter 4 Jahren frei. Mit Museumkaart frei.
- Münzprägung: Veranstaltungen von Huis Bergh, samstags und sonntags um 13.00 und 14.30 Uhr.
- Anreise: Adresse des Parkplatzes Hof van Bergh 8, ’s-Heerenberg; Parken kostet 4,00 € pro Fahrzeug. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln per Bus ab Bahnhof Doetinchem; siehe Route und Erreichbarkeit.
- Hintergrund: Ankündigung der Wiedereröffnung durch das Königshaus.