
Waterloopbos: wo Häfen im Wald nachgebaut wurden
Zwischen den Bäumen bei Marknesse liegen Betonbecken und geschwungene Rinnen. Das ist kein Parkteich. Es sind maßstäbliche Modelle von Wasserbauwerken.
Ohne Computer musste man Strömungen sichtbar machen. Das Waterloopkundig Laboratorium De Voorst nutzte dafür den Noordoostpolder. Die tiefe Lage und die Wasserversorgung machten das Gelände für Versuche mit fließendem Wasser geeignet. Von den 1950er-Jahren bis zur Schließung 1996 wurden hier Hunderte Untersuchungen durchgeführt. Die Deltawerke, der Hafen von Rotterdam, IJmuiden, aber auch Lagos, Istanbul und Bangkok erhielten ein Modell im Wald. Wellenmaschinen setzten das Wasser in Bewegung. Forscher untersuchten, wie eine Kaimauer Wellen auffing oder wie eine Flussmündung verschlammte.
Als Rechenmodelle die Becken ersetzten, verschwand das Freiluftlabor. Anfang der 1990er-Jahre drohte der Bau von Ferienbungalows. Anwohner und später Natuurmonumenten bewahrten die Ruinen. 2016 wurde der Waterloopbos zum niederländischen Rijksmonument erklärt. Ein Teil der Modelle wird gesichert, ein anderer Teil wächst mit Erlen und Schilf zu. Die Niederlande als Land des Wasserbaus besitzen hier ein Freiluftarchiv: Beton im Unterholz, eine kleine Schleuse ohne Schiff.

Der Wald macht greifbar, was sonst in Berichten verschwindet. Jedes Becken war eine Frage, die für Papier zu groß war. Heute lautet die Frage, wie man Ruine und Natur gemeinsam bestehen lässt.
Folge einem markierten Weg. Gerade Wände im Grünen verraten eine Maschine, wo heute nur noch der Wind Wellen kräuselt.
Suche nach Resten des Wellenbeckens: gerade Wände mitten im Wald.