HOLLANDMagazine
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Geschichten aus den Niederlanden.

Volkserzählungen

Der Teufel wollte kündigen

An der Waal, bei Waardenburg in Gelderland im Zentrum der Niederlande, steht ein Schloss, mit dem Geschichten über Doktor Faust verbunden sind. Auf der anderen Flussseite liegt Zaltbommel, in der Erzählung kurz Bommel genannt. Der Überlieferung nach stellte ein Gelehrter den Teufel ein und trieb sogar diesen Diener zur Verzweiflung.

Der Tod passte durch ein kleines Loch — farbige Illustration

Der Tod passte durch ein kleines Loch

In Twente in der Provinz Overijssel im Osten der Niederlande erzählte man, die Pest ziehe wie ein kleines Wölkchen an den Höfen bei Enschede vorbei. Die gefürchtete Krankheit nannte man den Schwarzen Tod. Der Überlieferung nach konnte ein ganzer Hof daran zugrunde gehen, während von außen kaum etwas zu sehen war.

Ein Schwiegersohn aus purem Gold — farbige Illustration

Ein Schwiegersohn aus purem Gold

Bei Lochem und Barchem im Achterhoek von Gelderland im Osten der Niederlande erzählte man von den witte wieven, geheimnisvollen Frauen, die wie Nebel über dem Land erschienen. Der alten Geschichte nach lebten drei in einer Mulde beim Koerbelt. Die Älteste hatte Nägel, mit denen man eine Kartoffel ohne Messer schälen konnte. Sie herrschte über die witte wieven bis zur Veluwe.

Der König, der Ruhe wollte — farbige Illustration

Der König, der Ruhe wollte

In Limburg im Südosten der Niederlande erzählte man von dem Riesenkönig Halichem. Sein Volk wollte, dass er heiratete. Er wollte, dass sein Volk endlich damit aufhörte, davon anzufangen.

Fünf Mark für ein ruhiges Gewissen — farbige Illustration

Fünf Mark für ein ruhiges Gewissen

Bei Maastricht an der Maas in Limburg im Südosten der Niederlande kannte man eine alte Geschichte über den Besitzer der Schwarzen Mühle. Sie spielt zur Zeit der Kreuzzüge, als Prediger Männer aufriefen, für ihren Glauben ins Heilige Land zu ziehen. Der Müller Godeslas hörte eine solche Predigt und rechnete aus, was sie ihn kosten würde.

Der Pfarrer, der die Zukunft verlegen wollte — farbige Illustration

Der Pfarrer, der die Zukunft verlegen wollte

In Pietersbierum, einem Dorf bei Harlingen in Friesland im Norden der Niederlande, erzählte man von einer Frau, die ihre eigene Beerdigung gesehen hatte, bevor sie starb. Eine solche Vorahnung nannte man voorloop. Ihr Mann war Pfarrer und wollte davon nichts wissen.

Die Schwester, die weiter wartete — farbige Illustration

Die Schwester, die weiter wartete

In Deventer an der IJssel in Overijssel im Osten der Niederlande hat die Bergkerk zwei Türme. Einer alten Erzählung nach sind sie mit zwei Schwestern verbunden: Martha und Beatrix. Martha war etwas größer; so, sagte man, seien auch die Türme: nebeneinander, der eine ein wenig höher als der andere.

Der Tag, der jedes Jahr wiederkehrte — farbige Illustration

Der Tag, der jedes Jahr wiederkehrte

Ritter Allaert ließ den Einsiedler ertränken, weil dieser ihm etwas gesagt hatte, das er nicht hören wollte. Der Mann hatte ihm sein sündiges Leben vorgehalten. Auf eine Ermahnung konnte Allaert mit einem Befehl antworten; den Rest, dachte er, würde das Wasser erledigen.

Ein Wort zu viel — farbige Illustration

Ein Wort zu viel

Bei Echt in Limburg im Südosten der Niederlande erzählte man von einer kopflosen Frau, die bei der Ruine Het Sleutje umherging. In Kriegszeiten hatten Einwohner sie getötet, ohne dass sie vor ihrem Tod die kirchliche Absolution erhalten hatte. Ihr Geist hatte den Menschen von Echt Rache geschworen.

Gabriel versucht, einen zerrissenen Sack zuzuhalten, während Häuser auf die Limburger Hügel fallen.KI-generiertes Bild

Das Dorf, das durch ein Loch fiel

Gabriel hat Limburg ordentlich vermessen. Der Teufel hat ein Schwert. Und die Bewohner haben so ihre eigenen Vorstellungen.

Der Bürgermeister und sein Rat sitzen dicht am Kamin, während Jan die qualmende Hose des Bürgermeisters bemerkt.KI-generiertes Bild

Der Bürgermeister, der sitzen blieb

Die Hose des Bürgermeisters beginnt zu qualmen. Der Rat sucht nach einer Lösung, für die niemand aufstehen muss.

Emma blickt auf die Belagerer, während ihrem Mann eine verschrumpelte Zwiebel vorgesetzt wird.KI-generiertes Bild

Ihr kostbarster Besitz

Der Burgherr hat seine Untertanen einmal zu oft zahlen lassen. Emma darf gehen – mit dem, was sie selbst tragen kann.

Zwei Wärter schleppen die geschlossene Bücherkiste hinaus, während Elsje ihnen aufmerksam folgtKI-generiertes Bild

Die Kiste, die nicht niesen durfte

Ein gelehrter Kopf. Zwei widerwillige Knie. Und Wärter, die ihren Gefangenen selbst hinaustragen. Vorausgesetzt, seine Nase benimmt sich.

Ein Vater und eine Hebamme in einem kleinen Boot an der erleuchteten Tür im großen OmmelebommelesteenKI-generiertes Bild

Ein Kind ohne Gebrauchsanweisung

Vater hat sich genau ausgedacht, was für ein Kind er will. Der Stein hat dazu noch nicht Ja gesagt.

Drei selbstgefällige Herren an einer reich gedeckten Tafel; ein Schmied hält einen eisernen Bauchreifen bereitKI-generiertes Bild

Vier Dörfer und drei kluge Köpfe

Die Herren kommen, um Namen zu erfinden. Zuerst wollen sie essen. Danach erweist sich ein Graben als klüger als die ganze Kommission.

Der Schultheiß und eine bewaffnete Menge halten großen Abstand zu einem kleinen Rochen auf dem Platz von WeertKI-generiertes Bild

Die Schlacht gegen den Fisch

Auf der Straße liegt ein Ungeheuer. Zum Glück hat Weert einen Schultheiß, der genau weiß, wo er sicher steht.

Eine schweigende Meerjungfrau mit Menschenbeinen steht in einem Zuber; städtische Herren bieten ihr einen Spitzenkragen anKI-generiertes Bild

Die Frau, die nicht an Land gehörte

Edam fängt ein Wunder. Haarlem findet, es habe Anspruch auf ein größeres Wunder. Niemand fragt das Wunder, was es will.

Ein starrköpfiger Kapitän hält das Ruder fest, während das Segelschiff gegen hohe Wellen kämpftKI-generiertes Bild

Der Kapitän, der nie zu spät kam

Er läuft aus, wenn jeder vernünftige Mensch im Hafen bleibt. Umkehren steht nicht auf seiner Liste.

Die Herrin von Stavoren befiehlt den Matrosen, Korn ins Meer zu kippen, während eine alte Frau ihre leere Schale hochhältKI-generiertes Bild

Die Frau, die das Meer speisen ließ

Ein Schiff voller Korn ist ihr nicht kostbar genug. Also bekommt es das Meer. Nur hat das Meer auch etwas für sie aufbewahrt.

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