
Fähren: die andere Seite als alltägliche Haltestelle
In Amsterdam ist die andere Seite keine Metapher. Sie ist eine GVB-Linie über das Wasser, älter als die elektrische Straßenbahn.
Das Buiksloterveer wird bereits 1308 erwähnt und gilt als eine der ältesten öffentlichen Verkehrslinien des Landes. Das Tolhuis am Nordufer erinnert an die Zeit, als das Übersetzen mit der Fähre Maut kostete. Seit 1897 verkehrt ein städtischer Fährdienst zwischen Centraal Station und Buiksloterweg. 1912 wurde die Personenüberfahrt kostenlos, nachdem Bewohner von Amsterdam-Noord dafür geworben hatten, Industrie und Wohnungsbau dort enger an die Stadt anzubinden.
Die städtischen Fährdienste fusionierten 1943 mit der Gemeentetram zum Gemeentevervoerbedrijf. Die Fähren blieben wichtig, als das IJ-Ufer noch keine Metroverbindung hatte. Neue Stadtviertel brachten neue Linien, vom IJplein bis zur NDSM. GVB betreibt auch die Fähren über den Noordzeekanaal, die früher staatliche Fähren waren. Der Kanal durchschnitt Nordholland im neunzehnten Jahrhundert; die Fähre ist die Naht. Fußgänger und Radfahrer fahren dort in der Regel kostenlos, Autos zahlen. Aktuelle Abfahrtszeiten gehören auf die Website des Verkehrsunternehmens.

Eine Fähre ist kein Ausflugsboot. Sie ist der kürzeste Weg, wenn ein Tunnel fehlt oder zu weit entfernt ist. Fahrrad, Kinderwagen, Lieferdienst: alle benutzen denselben Anleger. Schau vom Wasser aus gleichzeitig auf beide Ufer. Diese beiden Stadtteile sind auf diese Überfahrt angewiesen.
Ein anderer Blick
Der Spitzname „overkanters“ für Amsterdamer aus Noord stammt aus dem Fährverkehr.
Suche das Tolhuis am Buiksloterweg: Dort steckt die alte Logistik des Bezahlens und Wartens noch im Gebäude.