
Heidepflege mit Schafen: die Herde als Mäher
Violette Heide bleibt nur offen, wenn etwas den aufkommenden Bewuchs frisst. Auf vielen niederländischen Sandböden ist das noch immer ein Schaf.
Heide ist eine Kulturlandschaft. Ohne Pflege breitet sich Wald aus und Arten verschwinden, die von offenem, nährstoffarmem Boden leben. Schafe halten junge Bäume kurz, sorgen für eine abwechslungsreiche Vegetation und tragen Samen in ihrem Fell mit sich. Ihr Kot ernährt Mistkäfer. Alterra beschrieb, dass gehütete Herden – mit Schäfer – vor allem dazu dienen, wiederhergestellte Heide zu erhalten, nicht um stark mit Pfeifengras überwachsene Flächen in einer einzigen Saison freizufressen. Die Bewirtschafter wählen Rassen, die zu den Sandgebieten passen: Veluws, Drents und Kempisch Heideschaf. Auf der Brabantse Wal drängen Kempische Schafe Pfeifengras zurück, das durch Stickstoff begünstigt wird und brennbar werden kann.
Beweidung ist kein Regler, den man unbegrenzt höher drehen kann. Zu hoher ganzjähriger Beweidungsdruck kann Nektarpflanzen zerstören. Auch zu geringe oder falsch geplante Beweidung kann die Vegetation verändern. Die Wirkung hängt vom Gelände, von der Jahreszeit und von den Tieren ab. Maschinelles Mähen ist eine Alternative, doch dabei fehlen Dung und Samenverbreitung. Der Schäfer bestimmt, wo der Druck liegt. Die Heide entscheidet, ob es funktioniert.

Wenn du eine Herde siehst, achte darauf, was nicht hoch aufwächst. Das ist die Pflege. Die aktuellen Zugangsregeln für das Gelände bestimmt der Bewirtschafter; eine Herde ist keine Einladung, quer durch die Einzäunung zu laufen.
Ein anderer Blick
Schafe verbreiten Samen in ihrem Fell; die Herde ist damit auch eine mobile Samenbank.
Vergleiche eine beweidete Heidefläche mit einer eingezäunten Ausschlussfläche daneben: Der Unterschied in der Strauchhöhe ist das Werk der Schafe.