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Callantsoog im Herbst: Küstendorf neben dem gesperrten Zwanenwater

Strand und Dorfplatz prägen Callantsoog weiterhin; für eine Naturwanderung bietet sich derzeit die Uitlandse Polder an.

Der breite Strand von Callantsoog mit einem Pavillon unter bewölktem Himmel.
Der breite Strand von Callantsoog mit einem Pavillon unter bewölktem Himmel. Foto: RomkeHoekstra · CC0 · Bildnachweise

Callantsoog liegt an der Nordseeküste der Gemeinde Schagen. Dorfplatz, Kirche, Dünen und Strand liegen nahe beieinander. Das bekannteste Naturschutzgebiet der Umgebung ist in diesem Herbst jedoch nicht zugänglich. Natuurmonumenten hat Zwanenwater am 1. Oktober 2026 für Renaturierungsarbeiten geschlossen, voraussichtlich bis zum Frühjahr 2027. Ein Strandspaziergang und ein Rundgang durch den Ort bleiben eigenständige Ziele; eine Wanderung entlang der Dünenseen muss warten. Auf der anderen Seite der Zuidschinkeldijk bietet die offene Uitlandse Polder eine Alternative.

Callantsoog musste mehrmals neu beginnen. Nach Angaben der Gemeinde ist der heutige Ort bereits das dritte Callantsoog; zwei Vorgänger verschwanden durch Allerheiligenfluten. Deiche und Dünen formten danach die Küste. Südlich des Ortes entstand zwischen den Deichen ein Tal mit einem großen Dünensee, aus dem später Zwanenwater wurde. Befestigte Straßen brachten Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Strandtouristen. Der heutige Dorfplatz und die Küstenbebauung bilden daher kein ununterbrochen erhaltenes altes Dorf, sondern einen Ort, der sich immer wieder an Wasser, Sand und Besucher anpasste.

Im Zentrum gibt es noch greifbare Spuren dieser Geschichte. Schagens Denkmalliste nennt Kirche und Turm am Kerkplein 1 als nationale Denkmäler sowie einen traditionellen Stolp-Bauernhof am Dorpsplein 33. Diese Gebäude sind vom öffentlichen Raum aus zu sehen. Vom Ort führen Strandzugänge zum Meer. Laut Gemeinde sind sie für Fußgänger, Radfahrer und Menschen mit Ausnahmegenehmigung vorgesehen; gewöhnliche Autos dürfen dort nicht fahren. Hinter dem kompakten Zentrum öffnet sich ein breiter Küstenstreifen hinter den Dünen.

Panorama von Dünen, Schilf und einem Dünensee im Zwanenwater.
Panorama von Dünen, Schilf und einem Dünensee im Zwanenwater. Foto: MatsAlkmaar · CC BY-SA 4.0 · Bildnachweise

Zwanenwater zeigt, dass die Dünen mehr sind als Kulisse. Betreiber Natuurmonumenten beschreibt Dünentäler, Grasland, Heide, Tümpel und zwei Dünenseen: Eerste Water und Tweede Water. Die Seen entstanden im 18. Jahrhundert, als Grundwasser stieg und Regenwasser hinter dem vorderen Dünenzug stehen blieb. Die unterschiedlichen Lebensräume sind für Vögel und Pflanzen wichtig. Die Sperrung hat einen konkreten Grund: Wanderwege werden von Arbeitsfahrzeugen und für Materialtransporte genutzt. Vogelbeobachtungshütten und übliche Wanderwege in Zwanenwater sind derzeit nicht zugänglich.

Die Arbeiten sollen die Dünenlandschaft offen halten. Natuurmonumenten verbreitert vorhandene Windrinnen und schafft Sandmulden, damit kalkreicher Sand weiter ins Gebiet verweht. Anderswo werden junge Bäume und Sträucher entfernt, um Dünenheide und Schilfsumpf Platz zu geben. Stickstoffeinträge und geringere Sandverwehung begünstigen laut Betreiber die Verbuschung. Der Parkplatz an der Zuidschinkeldijk bleibt während der Arbeiten erreichbar. Gegenüber liegt die Uitlandse Polder mit offenem Grasland, niedrigen Dünen, Gräben und Schilf. Geschlossener Dünensee und zugänglicher Polder prägen in diesem Herbst gemeinsam das Bild.

Für die Uitlandse Polder beschreibt Natuurmonumenten einen 3,3 Kilometer langen unbefestigten Rundweg mit blauen Pfeilen. Er beginnt an der Kreuzung Zuidschinkeldijk–Uitlandseweg. Hunde dürfen angeleint mitkommen. Zaunüberstiege machen den Weg für Rollstühle und Kinderwagen ungeeignet, und der Boden kann nass sein. Für einen Herbstausflug bieten sich damit Ort und Strand an der Küste sowie ein Weg durch den offenen Polder an. Zwanenwater bleibt vorerst geschlossen; der Betreiber veröffentlicht Fortschritte und eine spätere Wiedereröffnung auf seiner Projektseite.

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