Zwolle folgt der Spur vom Stadttor zum Handelswasser
Ein Spaziergang vorbei an Sassenpoort, Peperbus und Thorbeckegracht macht die Hansestadt lesbar. In den Herbstferien geht das ANNO der Frage nach, wie Zwolle entstand.

Am Dienstag, dem 13. Oktober, können Kinder im ANNO Stadsmuseum Zwolle ihre eigene Traumstadt entwerfen oder einen Archäologen besuchen. Das Museum stellt damit in den Herbstferien die Erforschung der Stadt in den Mittelpunkt. Draußen beginnt eine andere Begegnung mit Zwolle: Der Hansestadtspaziergang führt von der Melkmarkt über die Grote Markt, die Sassenpoort und die Peperbus. Diese Orte erzählen zusammen, warum die Stadt ihre Handelsvergangenheit noch immer in Stein und am Wasser zeigen kann.
Der Ort, an dem Zwolle wuchs, war selbst schon ein Vorteil. Laut Visit Zwolle entstand die Stadt auf einem Flugsandrücken zwischen der IJssel, der Overijsselse Vecht und der Aa: höher gelegener Boden in einem nassen Gebiet. 1230 erhielt die Siedlung das Stadtrecht. Das Zwarte Water stellte später die Verbindung zur Zuiderzee und weiter zur Ostsee her, während die IJssel den Weg ins deutsche Hinterland öffnete. So hatte der Handel zwei Richtungen: über das Wasser und landeinwärts.

Getreide, Fisch, Salz, Tuch, Holz und Bier gingen laut der Stadtgeschichte durch die Hände Zwoller Kaufleute. 1407 trat Zwolle dem Kölner Viertel der Deutschen Hanse bei, dem Städtenetzwerk, das Kaufleuten Absprachen und Privilegien bot. Auf der Grote Markt lag das Handelszentrum. Die Route von Visit Zwolle führt dort an der Sint-Michaëlskerk vorbei und anschließend durch Straßen, in denen auch Speicher an die gelagerten und umgeschlagenen Waren erinnern.
An der Sassenpoort bekommt dieser Handel eine deutliche Grenze. Das Tor, vermutlich von 1409, ist das größte erhaltene Stadttor Zwolles. Torwächter kontrollierten die Karren, bevor sich die Türen zur Stadt öffneten. Das Gebäude verlor später seine Verteidigungsfunktion und wurde im 17. Jahrhundert als Gefängnis genutzt. Von 1898 bis 1980 beherbergte es das Provinzielle Reichsarchiv in Overijssel.
Weiter vorn bildet die Peperbus einen weiteren Orientierungspunkt. Dieser Spitzname gehört zum Turm der Basilika Unserer Lieben Frau. Auch die Thorbeckegracht und das Pelserbrugje sind Spuren der Handelsstadt: Hier kamen laut Visit Zwolle Schiffe zum Entladen an. Das Hopmanshuis stand an einem früheren Handelskai und diente als Lager für Waren von und nach Deutschland und Amsterdam. Tor, Turm und Gracht zeigen also jeweils eine andere Seite derselben Stadtgeschichte.
Wer diese Orte zu Fuß verbinden möchte, kann dem Hansestadtspaziergang von Visit Zwolle folgen. Die Route ist 4,6 Kilometer lang und beginnt laut veröffentlichter Beschreibung am Wegweiser K27 auf der Melkmarkt; unterwegs weisen ein roter Pfeil und das Hanselogo den Weg. Die Beschreibung nennt unter anderem die Grote Markt, die Sassenpoort, die Peperbus und die Thorbeckegracht. So verbindet der Spaziergang verschiedene Spuren der Hansestadt in einer Route durch die Innenstadt.
Am 13. Oktober bietet das ANNO an der Melkmarkt 41 ein eigenes Programm: Von 10.30 bis 12.00 Uhr entwerfen Kinder ab sechs Jahren eine Traumstadt, und von 13.00 bis 16.00 Uhr gibt es eine Aktivität bei dem Archäologen. Das Lebende Brettspiel läuft laut Museum vom 10. bis einschließlich 18. Oktober. Das ANNO ist dienstags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; auf der eigenen Seite stehen € 12,50 Eintritt für Erwachsene, € 6,00 für Kinder von vier bis einschließlich achtzehn Jahren und freier Eintritt mit der Museumkaart. Programm und Eintrittsbedingungen können sich vor einem Besuch ändern.