Schloss Loevestein: eine Burg mit drei Leben
Von der mittelalterlichen Festung zum Staatsgefängnis: Am Wochenende folgt außerdem ein Ritterturnier.

Schloss Loevestein lässt sich nicht in einer einzigen Burggeschichte fassen. Die eigene Geschichtsseite teilt mehr als 650 Jahre in drei Kapitel ein: das Mittelalter, das Staatsgefängnis und die Hollandse Waterlinie.
Um 1360 ließ der Ritter Dirc Loef van Horne hier eine Befestigung errichten. Die Lage am Wasser nutzte er auch, um einen illegalen Flusszoll zu erheben. Loevestein war damit von Anfang an mehr als ein Wohnort; es hatte eine strategische Funktion.

Nach der Einnahme durch die Wassergeusen 1572 wurde das Schloss eine staatliche Festung. Später saßen hier politisch und religiös Andersdenkende in Haft. Der bekannteste Gefangene ist Hugo de Groot, dem es gelang, in einer Bücherkiste zu fliehen.
Vom 10. bis einschließlich 25. Oktober stehen im Rittersaal Feriengeschichten auf dem Programm. Führer erzählen um 11.00 und 13.00 Uhr eine Feriengeschichte; um 12.00 und 15.00 Uhr wird die Geschichte „Ontsnapt“ („Entkommen“) über Hugo de Groot erzählt.
Am Samstag, den 17., und Sonntag, den 18. Oktober, veranstaltet Loevestein ein Ritterturnier. Wer mit einer Museumkaart, einem Freiticket, einem ICOM-Ausweis oder einer Vestingpas kommt, zahlt einen Aufschlag von 3 €. An diesen beiden Tagen ist die Taverne nur mit einem Eintrittsticket erreichbar.
Schloss Loevestein liegt an der Loevestein 1 in Poederoijen und ist täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Ein reguläres Ticket kostet 18 € für Besucher ab dreizehn Jahren und 12,50 € für Kinder von vier bis einschließlich zwölf Jahren; Parken ist kostenlos. Bis einschließlich 31. Oktober fährt tagsüber außerdem eine Fußgängerfähre.