Zaanse Schans: ein gerettetes Viertel hinter dem Postkartenmotiv
Die grünen Holzfassaden sehen aus wie ein Dorf aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die meisten Gebäude stehen jedoch erst seit den 1960er-Jahren hier.

Die Idee entstand nach dem Krieg. Die Nachkriegsbebauung bedrohte die traditionelle Zaanse Holzarchitektur: gestufte Holzwände, Giebelzier und Überhänge. Statt alles nachzubauen, wurden denkmalgeschützte Häuser auf einen Deichstreifen bei Zaandam versetzt. Die erste Windmühle kam bereits 1955, das erste Wohnhaus 1960; ab 1961 waren regelmäßig Tieflader unterwegs. Die Bebauungspläne sind nüchtern: Dieses Viertel ist an diesem Ort nicht über Jahrhunderte gewachsen. Es ist eine Zusammenstellung restaurierter Originale, die später um Museen und Gastronomie ergänzt wurde.
Authentisch ist jedoch der Bautyp. Die Sägemühle produzierte Bretter im industriellen Maßstab. Die Zaanstreek wurde zu einem Holzhafen und einer Windmühlenlandschaft. Einige Windmühlen auf der Schans stehen noch auf ihrem ursprünglichen Grundstück; andere wurden hierher versetzt. Die Schans wird bewusst nicht als klassisches Freilichtmuseum bezeichnet: Hier wird gewohnt und gemahlen. Der Unterschied zwischen versetzten Gebäuden und späteren Ergänzungen gehört zur Geschichte des Viertels.

Das Postkartenmotiv verdichtet all das zu einer einzigen Uferzeile. Wer nur die Windmühlen zählt, übersieht, warum die Häuser hier stehen: An anderen Orten wären sie abgerissen worden. Der Tourismus finanziert die Instandhaltung und belastet zugleich das „lebendige Dorf“.
Eine Fassade an der Zaanse Schans kann aus versetztem altem Holz bestehen oder ein Nachbau sein. Dieser Unterschied prägt den Ort.
Ein anderer Blick
Der Nachkriegsplan sah zunächst Platz für Dutzende Gebäude und eine Windmühle vor; die heutige Schans wuchs darüber hinaus.
Ein versetztes Wohnhaus und eine Windmühle auf ihrem ursprünglichen Grundstück zeigen zwei unterschiedliche Geschichten des Ortes.