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Kopfweiden: Bäume, die man klein hält

Entlang von Gräben in Flusslehmgebieten stehen Weiden mit einem dicken Kopf und einer Krone aus Zweigen. Dieser knorrige Kopf ist keine Krankheit. Er ist das Ergebnis des regelmäßigen Schneidens.

Von Piet Mondrian gemalte Weiden.
Von Piet Mondrian gemalte Weiden. Foto: Piet Mondrian · Public domain · Bildnachweise

Eine Kopfweide ist eine Silberweide oder Bruchweide, die etwa auf Mannshöhe zurückgeschnitten wurde. Aus dem Stumpf treiben lange Ruten aus. Alle paar Jahre werden sie als Nutzholz, für Faschinen oder als Brennholz geerntet. Unterlässt man das, können die schweren Äste mit der Zeit ausbrechen. Das Köpfen ist also Pflege, keine Quälerei. Die Landschaft der Flussauen, Moorweiden und tiefliegenden Tongebiete ist voll davon: Eine Reihe von Weiden markiert eine Parzellengrenze, bremst den Wind und stabilisiert das Ufer.

Weiden mögen nasse Füße. Ihre Wurzeln festigen die Grabenböschung. Durch das Köpfen bekommt das Gras daneben mehr Licht. Alte Weidenköpfe werden hohl und bieten Eulen oder Fledermäusen Unterschlupf. Eine Reihe, die nicht mehr geköpft wird, verliert allmählich ihre kompakte, charakteristische Kopfform. Freiwilligengruppen übernehmen heute die Arbeit, die der Bauer nicht mehr selbstverständlich selbst erledigt.

Ein historischer Stich von Kopfweiden am Wasser.
Ein historischer Stich von Kopfweiden am Wasser. Foto: Alfred Elsen · CC0 · Bildnachweise

Der Zyklus ist erkennbar: kurze Stummel nach dem Schnitt, lange Ruten nach einigen Sommern. Beides gehört zum selben Baum.

Die niederländischen Flusslandschaften bestehen zum Teil aus diesem Rhythmus. Der Weidenkopf ist der Kalender im Holz.

Ein anderer Blick

Der dicke Kopf entsteht durch die Jahrringe des immer neuen Austriebs auf derselben Höhe.

Die Länge der Zweige zeigt, wann eine Weide geköpft wurde: Kurze Zweige deuten auf einen kürzlichen Schnitt, lange auf einen bald anstehenden.

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